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    July 31

    Schreck fürs Leben

    Die augenblicklich vorherrschende Plage der zu hohen Insektenpopulation hat mich gestern veranlasst folgendes zu tun:
    Ich habe alle Fenster dicht verschlossen, alles Eßbare in Schränken verstaut, den Hasenkäfig samt seiner Einwohner nach draussen in den Garten befördert, Paraldose in Anschlag und Go!
    Nachdem ich mich so hustenderweise von der Eingangs - bis zur Terrassentür vorgearbeitet hatte und gerade die Letztere hinter mir geschlossen hatte fällt mein Blick durch die Scheibe und mein Herz vor Schreck schier durch meine Unterhosen:
    Das kleine, graue Luder El Diverso sitzt da seelenruhig auf der eindeutig FALSCHEN Seite der Tür auf dem Teppich unter dem Esstisch - wo er keinesfalls hätte sein dürfen, hab ich ihn doch eigenhändig vor gar nicht langer Zeit nach draussen getragen um ihn vor dieser GIftgasattacke zu schützen!
    Keine Ahnung, wie er sich wieder nach drinnen geschafft hat, ich weiss nur daß!
    Mann, war mir schlecht! Ich bin da wieder reingestürzt wie Rambo auf den aus einem Hubschrauber mit Maschinengewehren geschossen wird, mich auf ihn gestürzt und ihn an die frische Luft befördert.
    2 Mal Glück gehabt gestern:
    1. normalerweise versteckt der Kleine sich gern hinter der Lautsprecherbox und weil er ohnehin so winzig und grau und unscheinbar ist, fällt er dort nicht weiter auf, jedenfalls nicht auf den ersten Blick.
    2. in der Regel lässt er sich auch gar nicht gern anfassen, geschweige denn einfangen ohne irgendein Theater zu machen vorweg, das sich bis zu einer Stunde hinziehen kann - meist geht vorher MIR die Puste aus und der Regel hetze ich ihn auch nur, wenn es unbedingt notwendig ist - der Marder im Garten sein Unwesen treibt oder es anfängt zu regnen und er nicht freiwillig wieder reingehen will.
    Insofern fehlt mir darin auch jegliche Übung und im Gegensatz zu den beiden anderen Leckerli-Süchtigen gibts auch gar nichts, womit man ihn locken könnte.
    Wahrscheinlich hat ihn mein "Giftgasanschlag" gestern irgendwie geschockt und er befand sich ohnehin schon auf dem Weg nach draussen oder was weiss ich, jedenfalls sprang er mir beinahe schon in die Hände, so dass ich ihn ohne weitere Umstände in Sicherheit bringen konnte.
    Trotzdem, ich bin zu Tode erschrocken, mein schlechtes Gewissen wollte mich auffressen und selbst die Tatsache, dass ihm offenbar rein gar nichts fehlte, machte das kein bisschen besser.
    Normalerweise kann ich mit dem Wissen, Fehler zu machen, durchschnittlich sogar mehr als andere, ganz gut leben - aber das gestern hat mich echt fertig gemacht!
    Denn ich belle, aber ich beisse nicht und schon gar nicht wäre ich gern ein Mörder! 

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