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    March 08

    Der Prophet gilt nichts im eigenen Land

    Irgendwann zwischen Anfang und Mitte 20 hatte ich das andauernde, dringende Bedürfnis meine "Erfahrung", oder was ich damals eben dafür hielt, der Welt kundzutun und den Ratsuchenden unter meinen Freunden und Familienangehörigen, ja selbst Leuten, die ich kaum kannte mit Tipps und Tricks zur Seite zu stehen, auf dass sich ihre "Befindlichkeit" nach Befolgen meiner "Weisheiten" deutlich verbessern möge! :-) Mitte 20, Anfang 30 wurde mir zunehmend dann bewusst, dass die Menschen auf Ratschläge weitgehendst einfach nur scheissen und nichts weiter wollen, als gehört werden, vielleicht sogar verstanden - aber auf gar keinen Fall, dass man ihren eingeplanten Weg auf irgendeine Art und Weise manipuliert, sei er auch noch so "bescheiden" und heulten sie noch so sehr lauter als ein Rudel Wölfe, über ihre "Ausweglosigkeit" :-) Also hörte ich den "Unverbesserlichen" einfach nur zu, ohne mir weiter die Mühe zu machen, darüber nachzugrübeln, damit mir irgendeine Lösung oder zumindest ein Ansatz dazu einfallen möge. Denjenigen, von denen man nicht aus Erfahrung sagen konnte, dass sie zur Kategorie der Unverbesserlichen gehörten, unterbreitete ich meine Vorschläge nach wie vor, wenn auch weitaus zögerlicher als zuvor. Aber meist wollten auch die das nicht wirklich, was ich keinem verdenken kann, denn letzten Endes will selbst ich das nicht haben, dass mir ständig irgendwer vor Augen führt, wo ich pflege falsch abzubiegen und wie ich meinen Kurs zu halten hätte. Wenn man all das, was man anderen sagen möchte, versucht zuallerst erst so zu "hören", als wenn man es selbst gesagt bekäme, dann scheiden viele, viele Worte und Wortverkettungen gleich zu Anfang wieder aus. Letzten Endes ist es eben alles andere als einfach, manchmal, die Menschen so zu verstehen, wie sie verstanden werden wollen. So sah ich von Jahr zu Jahr mehr von irgendwelchen "weisen und durchdachten Ratschlägen" ab und kümmerte mich auch mehr um den Dreck auf der eigenen Fussmatte ohne den der anderen sonderlich zu bemerken. Im Augenblick geht mir Regine furchtbar auf den Sender - sie hat andauernd irgendein Problemchen, das sie mich bittet zu lösen, mir darüber Gedanken zu machen und ihr Konzepte zur Verbesserung ihrer Gesamtsituation zu unterbreiten. Und ich Idiot mache seit Wochen nichts anderes, als mir den Schädel zu zermartern, weshalb ihr so viel schief läuft, wie man ihr allgegenwärtiges Chaos zähmen und ihren nicht gerade zum Besten erzogenen Jungen dazu bewegen kann, auf sein Umfeld anders als immer nur bockig und zornig und absolut nervtötend zu reagieren. Dass ich das alles völlig umsonst getan habe, meine Angelegenheiten zur Seite geschoben um mich für die ihren mit allem was ich habe und bin zu engagieren - das zeichnet sich täglich etwas deutlicher ab. Und wer trägt nun die Schuld an alledem? Ich, ich und ich ganz allein!!! Merke: Jelena, Du Dumpfmuff, aus dem Leben zu lernen reicht nirgendwohin, wenn Du es nicht schaffen kannst, das Gelernte zu behalten und umzusetzen!!!
    March 05

    Wer den Schaden hat

    ch kann mich noch wunderbar an eine gar nicht allzulang zurückliegende Zeit erinnern, in der ich Opa Haiber noch für nichts weiter hielt, als einen sadistischen und hundsgemeinen Tierquäler, nachdem er ungefähr eine Stunde lang voller Hass und Abscheu über den, sich in seinem Schuppen angesiedelten Marder ausliess und gleichzeitig voller träumerischer Inbrunst seine diversen "Nagetiertötungsmaschinen - und Arten" lobpries.
    Ich sah nur ein kleines, flauschiges Lebewesen das keine Ahnung hatte, was es anrichtete, wenn es seine Hauerchen in irgendein Kfz-Lebensnotwendiges Kabel oder die sorgfältig gestapelten Winter - bzw. Sommerreifen versenkte.
    Konnte man denn so leichtfertig ein Leben gegen Materielles aufrechnen? Auge um Auge?
    Nun, learning by burning :-))) Folgendes musste passieren, damit ich meine Meinung grundsätzlich änderte:
    Winter 2004, mein nigelnagelneues Gefährt zuckelt seltsam beim Anfahren, fängt sich einigermassen und bleibt - Oh Schreck lass nach!!! - mitten auf einer vielbefahrenen Hauptstrasse einfach stehen!!!
    Während ich mein Leben zusammen mit den heranrasenden anderen Autos dahinschwinden sehe, denke ich sonst nichts weiter Böses.
    Ein Kurzbesuch in der Werkstatt klärt die Sachlage schnell: Marder fressen Kabel von Lambdasonde auf, Karre bleiben hier, wir richten, Du bezahlen!
    Okay, egal, ärgert mich natürlich, aber wie gesagt, was kann das arme Tierchen schliesslich dafür???
    Dieses Spiel spielten wir seither ungefähr 3 Mal und zugegebenermassen nimmt mein Unmut mit jedem Mal ein wenig zu. Ich bin noch nicht ganz soweit, den kleinen Wichser selbst über den Styx zu schicken, aber ich rede Opa Haiber nicht mehr ins Handwerk, soll er ruhig machen!
    Was mich zum endgültigen Marderkiller mutieren lässt, passierte im Spätsommer gegen Abend in meinem Garten:
    Ich sitze gemütlich vor der Glotze, als ein schreckliches Klagegeräusch an mein Ohr dringt und mich in den Garten springen lässt. Was ich sehe, deute ich zunächst völlig falsch, denn meine drei, sich ansonsten gar nicht grünen, Karnickels "reiten" Schulter an Schulter über den Rasen, zwischen ihnen ragt ein buschiger Schwanz hervor. Mein erster Gedanke:
    Was zum??? Meine Hasen gehen auf ein Eichhörnchen los??? Ja gibts hier denn nicht genug zu Fressen oder wie schauts???
    Ein zweiter Blick klärt diesen Irrtum allerdings schnellstens wieder auf:
    Nicht meine Häschen versuchen etwas zu erlegen, nein, ein Marder hat sie alle zusammengetrieben und reitet nun wie Zorro auf ihnen, während er versucht Freddie ins Genick zu beissen!!!
    Das wars!!! Komme eben aus der Werkstatt, wo mir in diesem Augenblick der Super-Hammer-Marderschreck ins Auto eingebaut wird, der diese Mistviecher auf jede erdenkliche Weise von ihm fernhalten soll und sollte sich doch einer reinwagen, bekommt er "mardermässig" ein oder zwei oder auch drei gebrutzelt!!!
    Zieh dich warm an Marder - dein Arsch gehört mir!!!!